Zuerst wurde viel geredet, aber plötzlich antwortet niemand mehr gerne auf Fragen…

… Ein Fotograf schlägt mit einer kleinen Edelstahlpfanne Stahlnägel in die Wand, während andernorts eine Putzfrau beschließt, das Quietschen ihres Putz-Wägelchens zu mögen. Draußen schneit es ohne Ende. Um seinen Standpunkt zu unterstreichen, beißt ein Warboy einem andern ins Gesicht. Für manch eine ist nett das Gegenteil von sympathisch, ein anderer fragt sich wiederum, wieso er Schimmel neuerdings persönlich nimmt. Vielleicht ist es doch eine Überlegung wert, den Gebrauch wahrer Sätze zu rationieren? – Ladies & Gents: Es ist ein Buch!

Christoph Strolz, Wenn ich blinzle wird es besser

 

Kill your Darlings [6]

Viel unangenehmer ist es, wenn sie meint, mich loben zu müssen. Ihre Stimme bleibt dann in behäbiger Selbstzufriedenheit in ihrer angestammten Tonlage sitzen, und es kommt mir so vor, als würde ich einfach einer willkürlichen Laune ausgesetzt werden und etwas abbekommen, das mit mir in keinerlei Verbindung steht. Schlimmer ist nur noch, wenn sie wieder mit ihrem Haubenkoch anfängt. Es liegt dann fast schon etwas Liebliches in ihrer ansonsten herben Stimme. Und in ihren Augen liegt eine perverse Art von Verzückung, die mich anekelt, genauso wie eine abgründige Traurigkeit, die ein klebriges Mitgefühl in mir hochsteigen lässt.

Kill your Darlings [4]

Ich schlürfe durchs Haus oder lege mich auf den Wohnzimmerboden. Und manchmal gehe ich auch in den Keller, denn wenn ich den Kopf durchs Kehrtürchen hindurch in den Kamin stecke, habe ich nicht selten den Eindruck, dass mir nicht nur Ruß in die Augen rieselt, sondern auch ein Hauch von Tageslicht auf die Wangen fällt.